Back in business …

… wie der Lateiner zu sagen pflegt (oder war es doch mehr der Neu-Engländer!?) sind wir nach dem überraschend deutlichen 5,5:2,5-Erfolg gegen die bisher verlustpunktfreien Heilbronner – Totgesagte leben eben länger!?

Dabei waren die Heilbronner doch mit 2:1 in Führung gegangen –

erfreulicherweise aber aus unserer Sicht fehlende Stammkräfte betreffend. So fehlte bei uns Waldemar, aber Heilbronn mußte den Ausfall von Menschner und Geshnizjani verkraften, wobei vor allem letzterer nach 5,5/7 doch schmerzhaft vermißt worden sein dürfte (ich hoffe, die beiden sind inzwischen wieder gesund!).

Was die exakte Chronologie bezüglich der Partieenden angeht, bin ich mir etwas unsicher, aber die 1. 4 Bretter waren auch als 1. fertig, und Axel lieferte die kürzeste Partie ab, leider auch keine besonders erfreuliche …

Axel war aus der Eröffnung heraus in eine recht unersprießliche Stellung geraten, aber nach z.B. 22.Dd2, was zwar etwas passiv, aber auch irgendwo solide ist, hätte sich sein Nachteil noch in erträglichen Grenzen gehalten, während er mit 22.Dh4? Sf6 bereits klar in Nachteil geriet, da seine Dame eben nicht aktiv, sondern abseits und zudem potentiell gefährdet steht …

… was sich nach 24.Sc3?? g5 25.Dh3 …

… g4 0:1 (wegen 26.Dh4 Sf5/g6 mit Damenfang) auch schmerzhaft bewahrheitete!

War Holgers Partie die 2., die beendet wurde!? Wie auch immer, er spielte doch recht riskant (konnte sein Gegner da nicht immer wieder auf b2 einen Bauern mopsen, und sogar ungestraft!?), aber da sein Gegner wohl vor allem eine möglichst stabile Stellung haben wollte, griff er nicht zu und stand immer gedrückter …

… und hier hätte er nur noch mit 26. … Dd8! das Gleichgewicht halten können, was aber wohl nur wenige Menschen gespielt hätten …

… und nach dem weiteren Fehler 29. … Se7? (besser war Te7) 30.Tca5 (Dd2!) stand Holger auf Gewinn …

… welchen er mit einem taktischen Schlag (35.Sfe6:!) sicherstellen konnte …

… 38.Se6:+ 1:0

Bruno spielte recht unspektakulär, hatte lange Zeit einen kleinen Vorteil, aber als sich auch dieser verflüchtigte, wurde alles in allem korrekt Frieden geschlossen.

Auch meine Partie war nicht allzu spektakulär, aber bedeutend weniger friedlich …

… jedenfalls war ich gegen den eigentlich immer recht kreativ spielenden Stürmer in ungewohnte Fahrwasser geraten, welche sich zu meinem Schrecken als recht tückisch erwiesen, da ich auf einmal feststellen mußte, daß das geplante 6. … d5?! stark und sehr unangenehm mit 7.c4! gekontert hätte werden können! Ich investierte nun über 20 Minuten (hätte ich besser mal vorher gemacht …) und versuchte eine Fortsetzung zu finden, mit der ich nicht sofort Schiffbruch erleiden würde …

… und entschied mich letztlich, es mit einem Igel mit ein paar Tempo weniger zu probieren – wohl auch nicht ganz die beste Wahl, aber vielleicht noch am einfachsten zu handeln …

… dazu hätte ich aber hier (konfrontiert mit Drohungen wie Sb5) besser h6 ziehen sollen anstelle von 14. … Sbd7 …

… denn da sich mein Gegner hier mit 18.f4! auf der Höhe des Geschehens zeigte, wurde es noch unangenehmer für mich …

… und nach 21.Lh3! anstelle von Df2?! (was von mir mit dem starken Tc7! gekontert wurde) wäre Weiß wohl auf Gewinn gestanden …

… so jedoch verpaßte er auch sowohl 23.Db6: als auch 23.Df7+ Kh8 24.Ld4!, jeweils mit klar besserer Stellung für Weiß, und nach 23.Ld4 De8 hatte ich auf einmal völligen Ausgleich! Aber dummerweise nicht mehr genug Zeit auf der Uhr …

… was sich in dem unsinnigen 25. … Le6? (Dc6=) widerspiegelte …

… oder auch 30. … Kh7? (Lc1) …

… die „Krönung“ war aber (nach 32.Df8?) Da3:?? – ok, auf das „merkwürdige“ Db3 (=) muß man jetzt nicht unbedingt kommen, aber Dd1 (=) hätte man doch spielen (und nicht nur in Erwägung ziehen) können! So jedoch …

… ermöglichte ich 33.Dd6! +-, wonach ich vollends schnell unterging …

37.Dg6:! 1:0

Ein Punktverlust, der uns in der Endabrechnung hoffentlich nicht noch sehr weh tun wird … .

Immerhin gab es danach nur noch erfreuliche Ergebnisse – so zeigte sich z.B. Wolfgang von seiner Sahneseite, neutralisierte sicher den Anzugsvorteil seines Gegners und erlangte eine ausbaufähige Stellung …

… und so verwundert es denn auch nicht, daß sein Gegner in entsprechend unbequemer Stellung trotz längeren Nachdenkens (ca. 55 Minuten !?) hier mit 22.b3? den Verlustzug spielte (nach Lb4: Db4: Dd1!! hätte sich sein Nachteil noch im Rahmen gehalten), worauf Wolfgang wie aus der Pistole geschossen 22. … Sf5 -+ aufs Brett brachte …

… und nichts mehr anbrennen ließ: 33. … Tb4 0:1

Weiter so!

Bedeutend spektakulärer und abwechslungsreicher war da doch die Partie von BMW, der lange sehr gut stand, dann aber doch in Nachteil geriet, und sich mit …

29. … Sg2:!? etwas Luft zu verschaffen versuchte, sich sein Gegner mit 30.Sd4:! aber zunächst auf der Höhe des Geschehens befand …

… um dann mit 33.Sc7?? umso tiefer abzustürzen (richtig war Lg3 f6 Sc7 mit klarem Vorteil), denn nun konnte BMW den Springer „einfach“ mit Lc7: schlagen (stärker war sogar noch Dh3!), und nach einigem hin und her …

… konnte er hier mit (ca.) 53. … Lg3 endgültig gewinnen, aber auch nach einer anderen Fortsetzung gewann er noch klar.

Auch bei Alex ging es zeitweise hoch her! Richtig fing es mit einem vermeintlichen Pseudoqualitätsopfer an, das überflüssig war …

… denn anstelle von 23.Te5!? hätte ihm auch Db2 klaren Vorteil gesichert …

… doch durch die unnötige „Annahme“ hätte es sich nach 25.De4 +- besonders ausgezahlt gehabt – nach 25.Dd3?? jedoch kippte die Stellung bereits fast, aber auch aufgrund von Zeitknappheit fand Schwarz nicht immer die besten Züge, und so kam die Stellung wieder ins Gleichgewicht, bis Schwarz …

… mit 34. … De3?? böse danebengriff – Alex zeigte sich auf der Höhe und zog 35.c5!, und nach bc:? (besser h6 36.Td6!! +-) 36.Lc4 stand er völlig auf Gewinn, machte es aber kurz vor der Zeitkontrolle nochmals spannend, als er seine Zeit unnötig stark ablaufen ließ und kurz vor der Zeitüberschreitung den 40. Zug ausführte, und zudem eine Zugwiederholung zuließ, welche aber nicht korrekt reklamiert wurde, jedenfalls nach einigen Aufregungen dann …

… 44.Df8# (oder gab sein Gegner schon vorher auf!?).

Womit der Mannschaftssieg bereits in trockenen Tüchern war. Blieb noch Thomas, der es sich erfreulicherweise nicht nehmen ließ, zu diesem wichtigen Spiel gegen seine ehemaligen Teamkollegen aus der Schweiz anzureisen. Und auch auf dem Brett gab er eine ganz gute Figur ab …

… jedenfalls hätte er hier wohl nach 22.De3! bereits auf Gewinn gestanden …

… konnte aber später mit 30.De5! dennoch klaren Vorteil behaupten …

… und konnte zunächst mit 32.Tc8:! (anstelle von Tc7?!) Tc8: 33.d7 Td8

… 34.Tc4! …

… oder etwas komplizierter hier mit 33.Td5:! ed: 34.Sc6! Ta8 35.d7 erneut eine Gewinnstellung erhalten …

… so jedoch verpaßte er auch 36.Sf7! mit klar besserer Stellung, und die Stellung war auf einmal ausgeglichen …

… da Schwarz jedoch auch mit 38. … Sf4+? fehlgriff (Tc3! Idee Sf4+), erlangte er wieder Oberwasser …

… und da Schwarz noch ein paar Fehler einstreute: 50.b6 1:0

Damit kommt es in etwar 4 Wochen doch noch zu einem möglicherweise spannenden Saisonfinale – zumindest ist die Aufstiegsfrage bei 1,5 Brettpunkten Rückstand noch nicht endgültig geklärt. Und wirklich nervös sollten eigentlich nur die Heilbronner sein … .

[GS]

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